Initiative für Nachwuchs in Justiz, Verwaltung und Rechtswissenschaft · Köln

Wer spricht
Recht?

Wir machen die juristischen Berufe des Staates sichtbar – in der Schule, an der Universität und beim Berufseinstieg. Für alle, denen bisher niemand gezeigt hat, dass Richterbank, Staatsanwaltschaft, Ministerium und Lehrstuhl auch ihnen offenstehen.

Anliegen

Art. 33 Abs. 2 GG

»Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.«

Gleicher Zugang zu jedem öffentlichen Amt.

Das Grundgesetz garantiert gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt – nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung. Wir sorgen dafür, dass dieses Versprechen auch dort ankommt, wo niemand den Weg vorlebt.

Herkunft darf nicht entscheiden

Ob jemand Jura studiert und in den Staatsdienst geht, hängt in Deutschland noch immer stark vom Elternhaus ab. Eignung und Leistung sollten entscheiden, nicht Herkunft und Netzwerk.

Berufe sichtbar machen

Wer an Jura denkt, denkt meist an die Kanzlei. Wie eine Richterin entscheidet, was ein Staatsanwalt tut oder wie im Ministerium Gesetze entstehen, bleibt für viele Schüler*innen abstrakt – vor allem dort, wo es im eigenen Umfeld keine Jurist*innen gibt.

Urteilskraft stärken

Unabhängige Gerichte, eine an Gesetz und Recht gebundene Verwaltung und eine freie Rechtswissenschaft tragen Rechtsstaat und Demokratie. Im Zeitalter künstlicher Intelligenz wird eigenständiges, kritisches Urteilen wichtiger, nicht unwichtiger.

Vorbild

Fritz Bauer · 1903–1968

1930
Amtsrichter in Stuttgart, damals jüngster Amtsrichter Deutschlands
1933
Haft im KZ Heuberg, Entlassung aus dem Richterdienst
1936
Exil in Dänemark, ab 1943 in Schweden
1949
Rückkehr in die deutsche Justiz, Braunschweig
1956
Hessischer Generalstaatsanwalt
1963
Beginn des Frankfurter Auschwitz-Prozesses

Es kommt darauf an, wer Recht spricht.

»Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.«

Fritz Bauer

Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart als Sohn einer jüdischen Familie geboren, wurde von den Nationalsozialisten als Jude und Sozialdemokrat verfolgt. Er überlebte im Exil. 1949 kehrte er zurück – in eine Justiz, in der viele Richter und Staatsanwälte schon vor 1945 gedient hatten.

Als hessischer Generalstaatsanwalt machte er die Aufarbeitung der NS-Verbrechen zu seiner Lebensaufgabe. Er gab den entscheidenden Hinweis, der zur Ergreifung Adolf Eichmanns führte, und brachte den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg – gegen erhebliche Widerstände, auch aus der eigenen Zunft.

Bauers Weg zeigt, wie viel in der Justiz von einzelnen Persönlichkeiten abhängt. Wer Recht spricht, prägt, was Recht bedeutet.

Die Berufe

§ 5 Abs. 1 DRiG

Die Befähigung zum Richteramt öffnet Richterbank und Staatsanwaltschaft – und ist der klassische Zugang zum höheren Verwaltungsdienst.

Recht sprechen, vollziehen, erforschen.

  • Richter*in

    Entscheidet Rechtsstreitigkeiten und Strafverfahren – unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Vom Amtsgericht bis zu den obersten Bundesgerichten.

    Art. 97 Abs. 1 GG
  • Staatsanwält*in

    Erforscht den Sachverhalt, leitet das Ermittlungsverfahren und entscheidet, ob Anklage erhoben wird – und vertritt sie vor Gericht.

    §§ 160, 170 StPO
  • Verwaltungs­jurist*in

    Bereitet in Ministerien, Behörden und Kommunen Gesetze vor und setzt sie um – gebunden an Gesetz und Recht.

    Art. 20 Abs. 3 GG
  • Rechts­wissenschaftler*in

    Forscht und lehrt an der Universität, bildet den juristischen Nachwuchs aus und prägt, wie Recht verstanden und fortentwickelt wird.

    Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG

Der Weg dorthin

Vom Abitur zur Befähigung zum Richteramt

  1. Studium

    Rechtswissenschaft an einer Universität. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

  2. Erste Prüfung

    Universitäre Schwerpunkt­bereichs­prüfung und staatliche Pflichtfach­prüfung.

  3. Referendariat

    Zwei Jahre Vorbereitungsdienst: Zivilgericht, Strafjustiz, Verwaltung, Anwaltschaft.

  4. Zweite Staatsprüfung

    Verleiht die Befähigung zum Richteramt – Voraussetzung für Richterbank und Staatsanwaltschaft.

Und die Wissenschaft? Der Weg zur Professur führt über die Promotion und in der Regel über Habilitation oder Juniorprofessur.

Formate

Zwei Stufen: Schule und Hochschule.

Stufe 1 · Schule

Vorträge in der Oberstufe

Praktiker*innen aus Justiz, Verwaltung und Wissenschaft berichten in der Sekundarstufe II aus ihrem Berufsalltag – konkret, persönlich und mit Zeit für Fragen: Wie sieht ein Tag am Gericht aus? Was braucht man für das Jurastudium? Wie lässt es sich finanzieren?

Stufe 2 · Hochschule und Berufseinstieg

Mentoring und Netzwerk

Studierende und Referendar*innen werden mit Mentor*innen aus Justiz, Verwaltung und Wissenschaft zusammengebracht – für Fragen zu Examen, Referendariat, Promotion und Bewerbung im Staatsdienst.

Außerdem
  • Workshops
  • Öffentliche Vorträge
  • Online-Webinare
  • Vernetzungsveranstaltungen

Unser Grundsatz: Menschen zusammenbringen.

Vortrag an der Universität zu Köln zu Personen und Digitalisierung in der Justiz
Vortrag an der Universität zu Köln zu Personen und Digitalisierung in der Justiz, 10. Juni 2026.

Stand

September 2026

Von Köln aus.

  1. Frühling 2026

    Gründung und Aufbau

  2. Sommer 2026

    Pilotprojekte

    Am Genoveva-Gymnasium in Köln-Mülheim und an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

  3. Herbst 2026

    Verstetigung und weitere Standorte

    Laufend

Team

Gründungsteam

Porträt Jagjit Sahota

Initiator

Jagjit Sahota

Geprüfter Rechtskandidat und angehender Doktorand.

Porträt Prabjot Singh

Mitgründer

Prabjot Singh

Lehramtsreferendar an einem Kölner Gymnasium.

Wissenschaftlicher Beirat

  • Prof. Dr. Ulrike Bick

    Vorsitzende Richterin am Bundesverwaltungsgericht a. D., Honorarprofessorin an der Universität Münster

Mitmachen

Drei Wege, dabei zu sein.

Für Schulen

Einen Vortrag anfragen

Laden Sie uns in Ihren Oberstufenkurs ein: Praktiker*innen aus Justiz, Verwaltung oder Wissenschaft stellen ihren Beruf vor und stehen für Fragen zur Verfügung.

Vortrag anfragen

Für Studierende

Mentee werden

Sie studieren oder sind im Referendariat – vielleicht als Erste*r in Ihrer Familie – und interessieren sich für Justiz, Verwaltung oder Wissenschaft? Wir bringen Sie mit Mentor*innen zusammen, die diesen Weg gegangen sind.

Als Mentee melden

Für Praktiker*innen

Mentor*in oder Referent*in werden

Ob aus Justiz, Verwaltung oder Wissenschaft: Berichten Sie an Schulen aus Ihrem Beruf oder begleiten Sie junge Jurist*innen auf ihrem Weg.

Unterstützung anbieten

Kontakt

Schreiben Sie uns.

wer.spricht.recht@gmail.com

Für Vortragsanfragen, Mentoring, Kooperationen und Presse.